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Homeschooling – trotz Schulschließung mit dem Grundschulkind lernen

Es passiert vielerorts doch: Schulschließung wegen Corona. Die Schüler bleiben bleiben ab jetzt zuhause. Während man sich gerade orientiert und mit dem Schulalltag angefreundet hat (ich sage nur „Erste Stunde“), kommt die nächste Herausforderung: Homeschooling oder Unterricht zuhause. Dabei dachte ich eben noch, das Wichtigste wäre, ob das Kind einigermaßen mitkommt.

Ich versuche es positiv zu sehen: Jetzt können wir das gemeinsam herausfinden. Für dich und für mich also hier ein paar Tipps, Ideen und eine große Portion Motivation.

Hallo Corona Krise – Willkommen in der Familien Schule

Unser Kind ist in der zweiten Klasse. Sie schreibt gerade noch Texte ab statt Diktate und ihre Klasse hat eben mit dem Einmaleins begonnen. Wie können wir die nächsten 5 Wochen gestalten?

Homeschooling gestalten

In Deutschland ist Unterricht zu Hause nur in sehr wenigen Ausnahmen möglich – in anderen Ländern ist das System flexibler. Aber grundsätzlich gilt:  Durch Corona und die Schulschließungen werden die Karten in ganz Europa neu gemischt, was Bildung angeht. Hoffentlich nur für wenige Wochen.

Wie kann man als Eltern den Corona-Alltag gestalten und zuhause Unterricht mit einem Grundschulkind machen? Diese Frage habe ich mir selbst gestellt und folgende Ideen gesammelt:

Unterrichtsort

Wichtig ist ein geeigneter Ort für den Unterricht zuhause. Das merkt man schon beim Hausaufgaben machen. Viele Grundschüler haben zwar einen eigenen Schreibtisch, aber nicht allen fällt leicht, dort allein und eigenständig zu arbeiten. Echte „Homeschooling“ Profis in Australien haben dafür eigene Räume. Gut, im Outback ist das vielleicht auch einfacher als in der Großstadt.

Der Esstisch oder Küchentisch in der Nähe der Eltern ist vielleicht die bessere Wahl. Oder vielleicht auch ein Stück vom Homeoffice Schreibtisch. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass der Tisch möglichst frei geräumt und die Ablenkung gering gehalten wird. Das heißt, die Teller vom Frühstück oder das 1000 Teile Puzzle sollte abgeräumt werden.

Unser Familientisch steht immer voller Krams und damit fällt meinem Kind immer etwas anderes Tolles ein, als zum Beispiel Hausaufgaben zu machen. Wenn wir uns wirklich zuhause konzentrieren wollen, müssen wir vielleicht ein paar Orte in der Wohnung ausprobieren. Vielleicht macht das sogar Spaß?

Unterrichtsmaterial

Im Idealfall hat das Kind alle Hefte und Bücher dabei. Aber die Bücher sind bei uns oft die meiste Zeit in der Schule, damit die Kinder nicht so schwer schleppen müssen. Viele werden ohne Material nach Hause kommen, nachdem die Schulschließungen bekannt gemacht sind.

Es gibt online eine Vielzahl von Plattformen, die Arbeitsblätter kostenlos zum Download anbieten. Am Angebot kann man sich auch ein bisschen entlanghangeln, was den Stoff für das Homeschooling angeht. Hier einige Beispiele:

https://www.grundschulkoenig.de

https://www.grundschule-arbeitsblaetter.de/

Toll Tipps findest du auch in diesem LinkedIn Artikel von Verena Pausder mit vielen Mulit-Media Tipps – auch für weitere Schulstufen:

https://www.linkedin.com/pulse/homeschooling-zeiten-von-corona-verena-pausder/

Es gibt aber auch tolle Bücher und Hefte, mit denen man zuhause lernen kann. In unseren gibt es Sticker, mit denen man nach und nach auf der letzten Seite ein Wimmelbild vervollständigen kann. Mit jeder fertigen Seite wird das Bild schöner!

In unserer Schule arbeiten die Kinder außerdem manchmal mit der kostenlosen App „Anton“, die ich empfehlen kann. Sicher eine Idee für zwischendurch und für ein bisschen Abwechslung.

Unterricht strukturieren

Unsere Kinder sind in der Grundschule noch in kurzen Intervallen aufnahmefähig. Ich werde für unser Homeschooling 30 Minuten konzentriertes Arbeiten in einem Fach einplanen und danach eine Pause.

Wechselt auch die Themen und nutzt die Zeit: Ihr habt den ganzen Tag. Warum nicht morgens zwei Sessions und nachmittags zwei? Ich habe mir vorgenommen, mit dem Kind (gemeinsam!) feste Zeiten zu vereinbaren, zu denen wir lernen. Aber natürlich werden wir auch ausschlafen – irgendeinen Vorteil sollte das ja schon haben, zuhause bleiben zu müssen.  

Und dennoch werde ich einen richtigen Plan aufhängen und dem Kind so Struktur geben. Wie in der Schule ist dann aber egal, was wir zuerst machen oder wann. Hauptsache, wir machen alle Fächer oder Themen einmal. Damit es auch einen Unterschied zwischen Wochentag und Wochenende gibt. Und Mittagessen mittags.

Ziele und Themen setzen

Flüssiger lesen, das Einmaleins beherrschen, eigene Geschichten schreiben können? Was wollt ihr euch für euer Homeschooling vornehmen? Ich habe mir überlegt, dass konkrete Ziele uns helfen könnten. Denn die Frage ist, ob wir in den Osterferien – wie auch immer die aussehen werden in Deutschland – lernen wollen oder nicht. Vielleicht weniger? Vielleicht ohne unseren Stundenplan?

Wenn wir unser Lernziel erreicht hätten – wie zum Beispiel das Einmaleins beherrschen – dann könnten wir gemeinsam einen Haken dran machen. Und niemand hat das Gefühl, wir müssten ja noch irgendwas extra machen.

Also legt die Ziele gemeinsam fest, auch die Zwischenziele, und macht gemeinsam Haken dran. Bastelt und malt einen eigenen Lesepass, Rechenpass, Schreibpass. Was für euch am motivierendsten ist. Vielleicht gibt es sogar eine kleine Belohnung für einen Haken?

Kreativ und neugierig werden

Wir haben die einmalige Gelegenheit, Zeit mit unseren Kindern zu verbringen und in eurem Homeschooling gemeinsam Themen zu erschließen. Seid gemeinsam kreativ und schlaut euch auf zu Dingen, die euch interessieren.

Ja, das kann das Thema Corona sein. Googelt, schaut Videos, malt das Virus mit Wasserfarben. Bereitet für euch gegenseitig ein Referat vor und erzählt euch etwas Interessantes zum Thema Wissenschaft, Impfstoffe, Forschung – werdet gemeinsam neugieriger als sonst.

Ein Beispiel: Quarks Extra mit Ralph Caspers, der Corona erkärt:

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks-und-co/video-quarks-extra-die-macht-der-viren-100.html

Aber wenn die Elster auf dem Balkon landet und euer Kind daran mehr interessiert ist, dann könnte das euer nächstes Thema sein. Ich hab eben herausgefunden, dass es Bild von Monet gibt, das „Die Elster“ heißt. Wow! Okay, jetzt freu ich mich schon fast ein bisschen.

Der Besuch im Museum muss vielleicht noch warten. Aber wäre das nicht ein toller Plan für die Zeit, wenn wir uns wieder freier bewegen können? Was wollt ihr dann gemeinsam machen? Wo könnt ihr zu eurem Thema gemeinsam hin?

Neues Entdecken – zum Beispiel in der Küche!

Natürlich ist Essen und Kochen bei uns im Haushalt ein großes Thema. Deshalb habe ich mir vorgenommen, auch das ganz bewusst mit meinem Kind im Homeschooling zu machen, wenn es jetzt zuhause bleibt. Auch das kann Teil unserer Zuhause-Schule werden: Was wollen wir kochen? Was passt gut zusammen? Wie bereitet man das zu? Gibt es mehrere Möglichkeiten? Macht gemeinsam Butter, backt Brot, probiert rum.

Bleibt in Verbindung

Schreibt Briefe, telefoniert mit Video, schmiedet Pläne. Der Lagerkoller wird kommen und nur auf den Balkon zu stehen wird uns nicht helfen, befürchte ich.

Seid nachsichtig miteinander, lasst auch mal 5 gerade sein. Und versucht euch als Eltern abwechselnd Freiraum zu geben. Und sei es nur ein Spaziergang allein um den Block.

Wir haben hier ein Familien-Regelbuch, das wir gemeinsam gestaltet haben. In dem halten wir fest, was wem wichtig ist. Zum Beispiel am Tisch: Niemanden alleine sitzen lassen mit seinem Essen. Oder zum Thema Ordnung: „Mama, bitte pack die Milchpumpe weg. Das ist peinlich, wenn Besuch kommt.“ 😉 Auch das macht Spaß und man bespricht gemeinsam, wie man zusammen leben will. Gerade auf engem Raum kann das vielleicht helfen, die Zeit gut miteinander zu verbringen.

Sind Verabredungen okay?

Die Faustregel, um die Kurve abzuflachen ist: Alle Sozialkontakte um 25% reduzieren. In der Bahn, im Büro, in der Schule, auf der Straße, auf der Party. Wenn ihr das mit einem „Ja“ beantworten könnt, dann kann auch die beste Freundin oder der beste Freund zu Besuch kommen. Vielleicht nicht jeden Tag. Aber auch so kann man andere vielleicht entlasten, weil eine andere Mama oder ein Papa dann mal ein paar Stunden ohne Kind ist. Vielleicht dürfen sich die Kinder ja mal im Homeschooling besuchen?

Sozial leben

Esst gemeinsam, redet, nutzt die Zeit und verschlumpft nicht vor dem Fernseher. Auch wenn wir sicherlich etwas mehr fernsehen werden als sonst. Denke ich. Wir schaffen das gemeinsam.

Erinnert euch gemeinsam daran, warum wir das machen. Damit wir alle zusammen durch diese Situation kommen können, ohne dass es zu einer Katastrophe kommt und ohne, dass wir Angst haben müssen. Und vor allem, damit unser Verhalten hilft, andere zu schützen.

Hast du noch mehr Ideen oder sogar Erfahrungen? Schreib sie gerne in die Kommentare! Ich bin übrigens keine Lehrerin, deshalb gebe ich keine Tipps zum Stoff der zweiten Klasse, sondern nur zu dem, was man sich selbst erschließen kann, wenn man keine oder kaum Handreichung dazu hat.

Ich bin mir sicher: Ihr macht das toll, denn du hast diesen Text gelesen. Bleibt gesund.

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