Das Kochbuch "Speisekammer" in Test
Allgemein Kochbuchtest

Der Test zum Kochbuch „Speisekammer“ – mein Resümee

Meine Kochbuchtests fallen im Moment anders aus als sonst. Das liegt vor allem an dem kleinen Mitbewohner, der Ende 2019 eingezogen ist und der doch ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt. Aber so langsam komme ich wieder rein, ins Kochen. Mein erster Kochbuchtest 2020 zu „Speisekammer“ wird deshalb hiermit auch offiziell abgeschlossen. Er hat länger gedauert als gedacht. Immer wieder wollte ich mich dazu aufraffen, um mehr Rezepte zu probieren. Aber das Buch hat mich nicht so richtig gepackt. Das muss ich ein bisschen näher erklären.

Worum geht es in „Speisekammer“?

Wie der Name schon sagt, soll das Kochbuch die Tür öffnen zu Dingen, die man einfach auch selbst machen kann. Eigentlich gerade in Zeiten von Corona perfekt, oder? Und dafür habe ich ja eigentlich auch grundsätzlich ein großes Faible. Ich freue mich jedes Mal, wenn mir sowas gelingt. Wie Butter machen, oder Frischkäse. Oder Brot mit Sauerteig! Dann frage ich mich jedes Mal verwundert: Wieso mache ich das nicht immer selbst und frisch?

Die selbstgemachten Vorräte in „Speisekammer“ erstrecken sich über 350 Rezepte der schwedischen Autorinnen Lisa Eisenman Frist und Monica Eisenman. Von Würzsoßen über Einkochen, Milchprodukte und Käse, Wurstwaren, Brot, Getränke, Eiscreme bis hin zu Süßem.

Ja, man findet hier sogar ein Rezept für selbstgemachte Snickers.

Toastbrot – selbstgemacht

Voller Tatendrang habe ich mich direkt an ein Brotrezept gemacht: Toastbrot! Das Rezept funktioniert mit Hefe – und sofort war ich verwirrt. Ich kenne Heferezepte so, dass man mit der Flüssigkeit spielen kann – bis der Teig die richtige Konsistenz hat. Entweder ist hier bei der Übersetzung mit den Mengen etwas schiefgegangen – oder ich hab es vergeigt. Mein Teig war viel zu nass. Beim Toastbrot habe ich noch meinem Instikt gehorcht, mehr Mehl zugegeben und es ist am Ende KÖSTLICH geworden. Die ganze Familie war begeistert.

Die Bagels waren nix

Ganz anders lief es bei den Bagels. Die waren einfach nix. Zu viel Flüssigkeit, viel zu wenig Substanz für den Hefeteig. Ich backe ja dann stur nach Rezept, um das Kochbuch und das Rezept richtig zu testen. Und war hier völlig verloren. Beziehungsweise die Bagels. Es waren relativ wenig Anweisungen im Rezept, was man machen soll.

Kurz: Mit diesem Rezept kann man keine Bagels backen – oder zumindest ich nicht. Geschmacklich waren sie gut. Aber optisch eine Katastrophe.

Schneller Erfolg – die Gewürzmischung und Salzeigelb

Als Gastgeschenk für eine kleine Einladung habe ich das Kochbuch auch direkt noch verwendet. Ich habe die Za´atar Gewürzmischung gemacht. Das war vor Corona, als man noch Freunde besuchen durfte. Erwartungsgemäß ging das schnell und unkompliziert mit Zutaten aus dem Vorrat.

Eigentlich wollte ich auch noch selbst Senf machen. Hat jemand damit Erfahrung?

Die Eigelbe in Salz waren wirklich interessant. Davon hatte ich schon gelesen und wollte es sehr gerne selbst ausprobieren. Gelungen sind sie – geschmacklich waren sie aber gar nicht so spektakulär wie gedacht. Eben wie geriebenes Ei.

Noch so ein schneller Erfolg: Das Granola Rezept! Das werde ich sicherlich öfter machen, auch wenn es nicht die Granola Herstellung revolutioniert. Braucht man eigentlich überhaupt ein Rezept dafür? Neue Haferflocken stehen auf jeden Fall schon bereit und ich werde ab jetzt mit den Zutaten variieren.

Mein letzter Fail des Kochbuchtests allerlings: Die Erdbeerkonfitüre. Okay, dachte ich: Kochen wir Marmlade ohne Geliermittel. Nur mit Zucker. Aber es ist dann – Überraschung – auch keine Konfitüre geworden sondern Kompott. Man hätte die Marmelade viel länger kochen müssen, Gelierproben machen müssen. Aber davon stand im Rezept rein gar nichts – nur eine Temperaturangabe. Naja, lecker ist das Zeug trotzdem. Aber eben flüssig und nicht streichfähig.

Aber so schnell geb ich nicht auf – ich habe alle Gläser geöffnet, wieder in den Topf, nochmal gekocht und Geliermittel dazu gegeben. Pah. Jetzt ist sie perfekt. Aber eben nicht nach Rezept.

Nicht mein Lieblingsbuch

Ja, ich bin schnell deine beste Freundin und dein größter Fan, liebes Kochbuch. Weil ich so niegierig bin und vielseitig interessiert. Und auch wirklich sehr begeisterungsfähig. Aber wenn du mich enttäuscht, dann fällt es mir wirklich schwer, dir noch einmal mein Vertrauen zu schenken. Und so ist es mir auch immer schwerer gefallen, mich auf neue Rezepte einzulassen mit „Speisekammer“.

Das Fazit

„Speisekammer“ der Bloggerinnen Lisa Eisenman Frisk und Monica Eisenman ist eine schöne Sammlung von Rezepten für die Vorratskammer. Einkochen, selber machen, selbstversorgen: Wer schon immer gerne mal selbst Wurst oder Käse machen wollte, ist hier genau richtig. Es ist ein richtig dicker Schmöker mit vielen Basics, von Dijon-Senf bis Vanilleeis. Es ist sicher ein schöner Sammelband für alle, die gerne Sachen ausprobieren und darf deshalb trotzdem gern in mein Buchregal einziehen.

Ich werde mich sicher noch einmal ranwagen, aber durch meine nicht so guten Erfahrungen bei der Umsetzbarkeit der Rezepte bin ich leider ein bisschen skeptisch geworden. Dabei hatte ich noch so viele Zettel im Buch kleben: Von Wantan Teig bis Graved Lachs!

Vorheringe Erfahrung in der Küche hilft, um Defizite der Rezepte auszugleichen. Wer ein bisschen Gefühl und Gespür hat, der kann dieses Buch gut verwenden. Für absolute Greenhorns ist es eher nix.

Umso besser, dass ich die Rezepte auch wirklich ausprobiert habe! Man sieht so einem Buch ja nicht von außen an, ob die Rezepte gelingen.

Diese Rezepte habe ich getestet

  • Toastbrot, S. 219
  • Za´atar, S. 49
  • Bagels, S. 216
  • Granola, S. 129
  • Eingesalzene Eigelbe, S. 210
  • Erdbeerkonfitüre, S. 69

Die Fakten zum Buch

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Hölker Verlag; Auflage: 1 (5. Juli 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3881171827
ISBN-13: 978-3881171823 Größe und/oder Gewicht: 20 x 3,8 x 26,6 cm

Speisekammer: Vorräte einfach selbst gemacht Über 350 Rezepte

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